Hi, ich bin Jutta Breun und nach Pass 62 :-( !!! Vielen Dank, dass Ihr bei meinen Schullesungen immer lacht, wenn ihr mein Alter hört. Wobei ich mich altersmäßig mal wie 13 und mal wie 93 fühle. Das hängt von dem Text ab, den ich gerade schreibe. Selten fühle ich mich so alt wie ich bin. Weiß ja auch kein Mensch, wie man sich da fühlen soll, oder?
Das Beste, was ich in meinem Leben vollbracht habe, heißt Stefanie und ist meine Tochter.
Meine Lieblingsbücher als Kind waren „Robinson Crusoe“ und „Das Tagebuch der Anne Frank“. Das sagt etwas über meine Person aus: ich bin extrovertiert wie introvertiert, kommunikativ wie nachdenklich. Meine Freunde behaupten auch noch: unkonventionell und sehr authentisch. Das Tagebuch von Anne hat mich fasziniert, weil sie auf engstem Raum unter ständiger Angst des Entdecktwerdens völlig frei in ihren Gedanken war, die sie ihrem Tagebuch anvertraute. Robinson war das genaue Gegenteil: die absolute Freiheit – nur begrenzt durch eine Insel. Überleben durch Anpassung und ständige Flexibilität der ihm aufgezwungenen Gegebenheiten. Also Eigenverantwortung pur.
Wenn mich jemand fragen würde, in welcher Figur ich leben wollte, wenn ich mir das aussuchen könnte, dann würde ich mich für Robin Hood entscheiden. Wir haben 2,5 Mio. arme Kinder in unserem reichen Land, deswegen ist mir soziales Engagement sehr wichtig und hat einen egoistischen Hintergrund: ich habe lieber glückliche Menschen um mich herum, als unglückliche! Ungerechtigkeit regt mich auf – besonders Kindern gegenüber...
Deswegen schreibe ich Bücher: irgendwann einmal möchte ich die Kinder in meinem Land unterstützen – und zwar alle, die nicht die gleichen Startchancen haben. Mir ist es dabei völlig egal, woher sie kommen, wenn sie hier leben – gleich welche Weltanschauung oder Religion sie haben.